Yoga

WAS IST YOGA?

Yoga ist eine Lebensphilosophie, seine Praxis ist ein Weg zu (spiritueller) Erkenntnis. Man vermutet, dass es Yoga schon seit mehr als dreitausend Jahren gibt und seitdem hat er in seinem Ursprungsland Indien unzählige Formen angenommen. Stark religiös ausgerichtete Formen des Yoga  (meist hinduistisch) stehen neben eher philosophisch oder mysthisch geprägten. Nicht nur die Weltanschauung, auch die Praxis variiert stark. Manche Yogaschulen befassen sich ausschließlich mit der Schulung des Geistes (Meditation), Reinigungsübungen und Atemtechniken (Pranayama) sind der Inhalt der Übungen anderer Yogis, wieder andere stellen Askese und Opfergaben in den Mittelpunkt ihrer Yogapraxis. Spätestens seit der Hochblüte des Tantrismus in Indien (ca.11. Jahrhundert) entwickeln sich Yogaformen, die den Körper wesentlich in die Praxis miteinbeziehen, wie der Hatha Yoga.

HATHA YOGA

Anders als viele glauben, sind fast alle im Westen bekannte Formen von Yoga Hatha Yoga. Yogis anderer Richtungen und Schulen sind hier sehr selten. Moderne Schulen wie Ashtanga Yoga nach Pattabhi Jois, Shivananda Yoga oder Iyenga Yoga nach gleichnamigen Gurus kommen aus den Traditionslinien des Hatha Yoga.

Im Hatha Yoga stehen zu Beginn des Weges die Asanas, verschiedene Körperübungen und Stellungen im Mittelpunkt der Praxis. Dies schafft die Basis von Achtsamkeit und körperlicher wie geistiger Flexibilität für Pranayama (Atemübungen) und Meditation. Hatha bedeutet Kräftigung. Raja Yoga, die Beherrschung des Geistes ist das große Ziel von Hatha Yoga.

Hatha Yoga ist ein ganzheitliches Konzept, in dem Körper, Atem und Geist in Einklang gebracht werden. Selbsterkenntnis, Gleichmut und Zufriedenheit werden angestrebt. Gesundheit, Schönheit und Ausstrahlung sind nicht unwesentliche Nebenerscheinungen auf dem Weg.

PATANJALI`S YOGA SUTRAS

Dieser zwischen 200 vor und 200 nach unserer Zeitrechnung verfasste Leitfaden (Sutra) für Yoga stellt den großen Klassiker der Yoga- Literatur dar. Herzstück der Sutras ist der “ Achtfache Pfad“ (Ashtangayoga), dessen Wege ein Yogi zu beschreiten hat. Die ersten beiden sind Yama und Niyama, die inneren und äußeren Regeln und sozusagen die ethische Ausrichtung, die Yoga von uns verlangt, wobei Ahimsa, die Gewaltlosigkeit an allererster Stelle steht. Der dritte Pfad ist Asana, wobei hier in erster Linie noch der Sitz (Asana bedeutet Sitz) gemeint ist. Dieser soll gleichzeitig zwei auf den ersten Blick widersprüchliche Qualitäten vereinigen: „stira-sukham-asanam“, der Sitz ist fest(/aufrecht) und leicht(/bequem). Pranayama, die Atemlenkung stellt den 4. Pfad dar, danach kommt Pratyahara, das Nach- Innen- Richten der Sinne und die Vorstufe zu Ausrichtung, Meditation und Versenkung, die letzten drei Pfade.

Die Yoga Sutras von Patanjali und dessen Achtfacher Pfad sind für fast alle Yogaschulen von großer Bedeutung.

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